Aufklärungskampagne Faktenschrank von Tatort Zukunft e.V.
  zu den Fakten

Kriminalität und Gefängnis üben zweifelsohne eine große Faszination auf uns aus. Als Motive in Filmen, Fernsehserien und Romanen sind sie allgegenwärtig. Doch während wir abends auf dem Sofa sitzen und fasziniert den erfundenen Verbrechen und ihren fiktiven Konsequenzen folgen, bleiben wir über die eigentliche Realität von Kriminalität, unserem gesellschaftlichen Umgang mit ihr und den Auswirkungen für die Betroffenen im Dunkeln.
Für welche Verbrechen wird man mit dem Freiheitsentzug bestraft? Welche Rolle spielen Deliktart, Alter, Geschlecht, Herkunft und sozialer Status in der Zusammensetzung der Gefängnispopulation? Wie sehen die Routinen und typischen Probleme im Gefängnisalltag aus? Wie gut gelingt die Resozialisierung während der Haft und nach der Entlassung? Und macht uns das Gefängnis als Gesellschaft eigentlich sicherer oder gar unsicherer?
Wir sind der Überzeugung, dass wir diesen Fragen gesamtgesellschaftlich zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Unsere Vorstellungen werden maßgeblich durch die Unterhaltungsindustrie und die Boulevardpresse geprägt. Nicht durch Fakten.
Für eine funktionierende Demokratie brauchen wir aber mündige Bürger*innen, die informiert sind und kritisch hinterfragen, ob der Staat in ihrem Namen gut und richtig handelt. Wir haben alle ein tief in uns verankertes Sicherheitsbedürfnis und niemand möchte Opfer einer Straftat werden. Gerade deswegen brauchen wir eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen fußende Debatte, wie wir mit Kriminalität im 21. Jahrhundert gerecht, human und effektiv umgehen können.
Daher beginnt Tatort Zukunft e. V. in diesem Monat eine Aufklärungskampagne, in der wir uns jeden Tag einem bestimmten Thema aus dem Kriminalitäts- und Gefängnisbereich widmen. Wir präsentieren jeweils eine Kurzversion auf Twitter und Instagram sowie ausführlichere Erkenntnisse und Statistiken aus der Forschung auf unserer Webseite.