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Mode im Gefängnis

Kooperationsprojekt zwischen Tatort Zukunft, der Universität der Künste Berlin und der Jugendstrafanstalt Berlin

Grundidee

In unseren Projekten, die unter der Überschrift „Gemeinsam Lernen“ zusammengefasst sind, zielen wir darauf, Orte der Begegnung zu schaffen, in denen Menschen von drinnen (Gefangene) und draußen (Studierende) über Bildungsangebote zusammenfinden.

Im letzten Wintersemester hat Tatort Zukunft e.V. bereits erfolgreich ein Kriminologie-Seminar in der JVA Tegel mit Gefangenen sowie Studierenden der Rechtswissenschaft und Sozialen Arbeit (FU Berlin, ASH Berlin) durchgeführt und wird dieses Format auch im kommenden Semester fortsetzen.

Durch das Feedback von allen Teilnehmern haben wir gelernt, dass die Konfrontation mit der Lebensrealität des jeweiligen Gegenübers als großer Gewinn erlebt wurde. Die Begegnung auf Augenhöhe im Format eines Seminars ist aus unserer Erfahrung sehr gut geeignet, um eine bereichernde Lernerfahrung zu ermöglichen, in der neben Wissensinhalten und Fertigkeiten auch der Respekt voreinander gestärkt wird.

Nun planen wir unser Konzept auszuweiten, indem wir die JSA Berlin und die UdK Berlin vernetzen, um ein Modeseminar mit jungen Gefangenen und Studierenden der Universität durchzuführen.

Ziel des Projekts

Für Gefangene sind Bildungsangebote und Außenkontakte wichtige Ressourcen, um zukünftig ein Leben ohne Straftaten zu führen. Neben den erlernten Fertigkeiten kann für die Gefangenen die Vernetzung mit den Studierenden und Dozent*innen neue Perspektiven auf den eigenen Lebensweg eröffnen und als soziales Kapital über das Seminar hinaus wirken.
Im Format des Seminars werden theoretische und praktische Inhalte vermittelt:
Zunächst werden alle Teilnehmer des Seminars auf einer theoretischen Ebene gemeinsam über Kleidung als Kommunikationsmittel und Mode als bewusste individuelle Ausdrucksform nachdenken. Dabei soll die Bedeutung von Kleidung und Geschmack in der Formung von Identitäten und Zugehörigkeiten thematisiert und über verbreitete Klischees und Vorurteile diskutiert werden.

Von Anfang an wird jedoch deutlich sein, dass alle Teilnehmer gemeinsam auf ein konkretes Ziel hinarbeiten und am Ende der Veranstaltung ein Produkt in der Hand halten sollen. Die Gefangenen sollen sich selbst als kreative, selbstwirksame Menschen erleben, indem sie in den gesamten Arbeitsprozess von der Idee bis zum fertigen Produkt involviert sind.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit soll dabei die Erfahrung des Seminars prägen:
Erstens soll die konzeptuelle Arbeit sozial nachhaltig wirken, indem die Teilnehmer lernen mit Herausforderungen umzugehen und lösungsorientiert zu arbeiten.
Zweitens soll auch auf der Produktebene nachhaltig gearbeitet werden, indem ökologische Stoffe hochwertig verarbeitet werden.

Weitere Projekte: